USA, Naher Osten und Co




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Re: USA, Naher Osten und Co

Beitragvon Sarastro » Mi 7. Dez 2016, 14:08

Ebenfalls zum Thema "Regime Change", der auf Initiative der USA (Bush, Obama) die Toten im Irak und Syrien zu verantworten hat.
Wobei man ja bei Trump noch immer nicht weiß, was wirklich effektiv umgesetzt wird. Bisher handelt es sich ja meist nur um reine Symbolik.

=== Donald Trump kündigt neue US-Außenpolitik an

Donald Trump, designierter US-Präsident, sagte bei einer Rede in Cincinnati, Ohio, dass seine Regierung mit der Tradition von US-Regierungen brechen will, in anderen Staaten durch Staatsstreiche Veränderungen herbeizuführen.
...

Gleichzeitig werden wir eine neue US-Außenpolitik verfolgen, die endlich aus den Fehlern der Geschichte lernt. Wir werden mit dem Versuch aufhören, Regime zu Fall zu bringen und Regierungen zu stürzen. Erinnern Sie sich: Sechs Billionen Dollar haben wir an Kosten im Nahen Osten ausgeben.
Unser Ziel ist Stabilität, nicht Chaos. Denn wir wollen unser Land aufbauen – es ist an der Zeit.“ (Video ab ca. 41:00)
...

https: //deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/12/02/donald-trump-kuendigt-neue-us-aussenpolitik-an/
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von Anzeige » Mi 7. Dez 2016, 14:08

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Re: USA, Naher Osten und Co

Beitragvon Sarastro » Do 12. Jan 2017, 13:30

Bei den folgenden Punkten kann Trump zeigen, ob er besser ist als Gary Johnson oder zumindest besser als die (gefährlichen) Witzfiguren Obama/Clinton:

1.) Keine Konfrontation mit Rußland in Osteuropa.
2.) Kein "Regime Change" mehr in Nahost.
3.) Senkung des Militärhaushaltes.
4.) Massiver Grenzschutz, vor allem nach Mexiko.
5.) Steuersenkungen.
6.) Investitionen in die US Infrastruktur.

Zumindest die ersten beiden Punkte sollte er erfüllen können.

Bisher war vieles nur Show und die übliche Verteilung von Posten. Ab 20.1 geht es dann richtig los.
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Re: USA, Naher Osten und Co

Beitragvon Sarastro » Mo 23. Jan 2017, 14:34

Wenn sich Bush (Jr) und Obama einig waren.

=== US-Bomber greifen IS-Lager in Libyen an

US-Bomber haben in der Nähe der libyschen Stadt Sirte ein Lager des Terrornetzwerkes Islamischer Staat (IS) angegriffen. Das teilte das Pentagon am Donnerstag in Washington mit. In dem Camp hätten sich unter anderem IS-Terroristen befunden, die aus der von Koalitionskräften unter Beschuss genommenen Stadt Sirte geflohen seien und sich von dort aus wieder neu organisieren wollten, heißt es in einem Statement von Pentagon-Sprecher Peter Cook. Der Angriff sei von US-Präsident Barack Obama persönlich angeordnet worden.
...

https: //www.merkur.de/politik/us-bomber-greifen-is-lager-in-libyen-an-zr-7306870.html

=== Gabriel: US-Interventionen sind Ursache für Flüchtlings-Bewegung

In einem Interview mit der Bildzeitung hat Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel die interventionistische Außenpolitik der USA seit 1953 scharf kritisiert.
Sigmar Gabriel:
„Ja, was er vor allen Dingen sagt, ist, dass er den Irak-Krieg eines seiner Amtsvorgänger für falsch hält – für vielleicht den größten Fehler der Vereinigten Staaten. Dem stimme ich ausdrücklich zu. Damals haben wir Deutschen mit dem SPD-Kanzler Gerd Schröder nicht teilgenommen. Übrigens, die heutige Kanzlerin wollte damals teilnehmen. Und was wir heute haben sind auch Folgen dieses Krieges, die Interventionspolitik der USA seit 1953 im Bereich des Mittelmeers, im Nahen Osten und auch im Iran hat dazu geführt, dass Krieg auf Krieg gefolgt ist und am Ende gigantische Flüchtlingsströme da waren, mit denen wir in Europa konfrontiert sind, nicht die USA. Es gibt einen Zusammenhang zwischen der fehlerhaften Interventionspolitik der USA grade was den Irak-Krieg angeht und den Flüchtlingen."
...

https: //webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:hv6ETMDlHeUJ:https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/01/17/gabriel-us-intervention-sind-ursache-fuer-fluechtlings-bewegung/
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Re: USA, Naher Osten und Co

Beitragvon Sarastro » Di 14. Mär 2017, 10:08

Schon doof, wenn man sowohl im Irak (Hussein tot) als auch in Libyen (Gaddafi tot) weder Putin noch Assad die Schuld in die Schuhe schieben kann. Während die USA dort wie auch in Syrien weiter "äußerst erfolgreich" aktiv sind.
Ein Blick auf einen Konflitk, den einige gerne ausblenden würden, derweil CIA und Rüstungslobby weitere Steuergelder verbrennen.

=== Libyens Spaltung - Ölanlagen als Schlachtfeld

In dem nordafrikanischen Land Libyen herrscht nach dem Sturz von Machthaber Gaddafi seit Jahren Chaos.
General Chalifa Haftar. Der ehemalige CIA-Agent gilt als mächtigste Figur in Libyen.

An den wichtigsten Ölhäfen und -lagern in Libyen sammeln sich derzeit Hunderte, womöglich Tausende Kämpfer. Rivalisierende Kräfte aus dem Westen und dem Osten des Landes streben nach der Kontrolle. Bei den bislang blutigsten Gefechten der beiden Lager starben vergangene Woche Dutzende Menschen. Vom Westen unterstützte Truppen hatten die Raffinerie Ras Lanuf und das Öldepot Sidr gestürmt. Nun zieht der abtrünnige General Chalifa Haftar Soldaten für einen möglichen Gegenschlag zusammen. Es droht eine Eskalation.
...
Haftar, ehemaliger CIA-Agent und US-Bürger, ist die mächtigste Figur im Osten des Landes. Er selbst bezeichnet sich als wichtigste Kraft im Kampf gegen die Islamisten in Libyen. Seine Gegner werfen ihm jedoch vor, er wolle ein Diktator wie der im Jahr 2011 gestürzte und getötete Muammar al-Gaddafi werden. Haftar hat angekündigt, in Tripolis einzumarschieren, um das Land zu einen, was einen Hinweis auf seinen Machtanspruch gibt. Die Regierung, die über ein UN-Friedensabkommen 2016 eingesetzt wurde, erkennt er nicht an, weil das bedeuten würde, dass er nicht mehr das Militär befehligen würde.
...
Haftar kommandiert eine Mischung aus Milizen und Stammeskräften aus dem Osten des Landes sowie die Überbleibsel der libyschen Armee inklusive einiger Offiziere aus der Gaddafi-Zeit. Haftar sieht sich dem gewählten Parlament verbunden, das im Jahr 2014 nach der Machtübernahme westlicher Kräfte in den Osten des Landes fliehen musste.
...
Im vergangenen Jahr besetzten seine Kämpfer die Öleinrichtungen. Die Vereinten Nationen forderten ihn auf, die Anlagen zurückzugeben.
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http: //www.handelsblatt.com/politik/international/libyens-spaltung-oelanlagen-als-schlachtfeld/19508300.html
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Re: USA, Naher Osten und Co

Beitragvon Sarastro » Mo 10. Apr 2017, 11:32

Die Außenpolitik von Trump und die Situation in Nahost werden immer verwirrender.
Oder war alles von vornerein "geplant" und kommuniziert ?

=== Übernimmt Trump jetzt Clintons Kriegskurs?

Zwei Kriegsschiffe der US-Marine haben in der vergangenen Nacht mit Marschflugkörpern vom Typ Tomahawk einen Stützpunkt der syrischen Luftwaffe in der Nähe des Ortes al-Schairat in der Region Homs angegriffen und ihn weitestgehend zerstört.
...
Die USA hatten diesen Angriff zuvor angekündigt und auch Russland über den Militärschlag im Vorfeld in Kenntnis gesetzt. Der syrische Informationsminister Omran al-Subi bezeichnete, so schreibt es die »Süddeutsche Zeitung«, den Angriff sowohl als erwartet wie auch als begrenzte Maßnahme als Reaktion auf den vor einigen Tagen erfolgten Giftgasangriff. Er, al-Subi, geht davon aus, dass eine militärische Eskalation nicht zu erwarten sei.
Entsprechend zurückhaltend ist auch die erste Reaktion seitens Russlands. Zwar kritisiert man den Angriff, hatte aber zuvor die rund um den Stützpunkt postierten Raketenabwehrstellungen deaktiviert. Putins Sprecher bezeichnete den Raketenangriff als »Aggression gegen einen souveränen Staat, gegen das Völkerrecht, dazu noch mit einem erdachten Vorwand.« Die UN selbst hatten berichtet, dass Assads Militär nicht mehr über Chemiewaffen verfüge, er für den Giftgasangriff also nicht verantwortlich sein könne.
...

http: //www.freiewelt.net/nachricht/uebernimmt-trump-jetzt-clintons-kriegskurs-10070609/
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Re: USA, Naher Osten und Co

Beitragvon Sarastro » Mi 21. Feb 2018, 12:58

Weiter geht es mit der Doppelmoral der NATO.

=== Türkische Armee beschießt Assad-Verbündete bei Afrin

Eine Konfrontation zwischen der Türkei und regierungstreuen Milizen in Syrien hat die Furcht vor einer Eskalation des Konflikts in dem Bürgerkriegsland verstärkt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan erklärte am Dienstag, durch Artilleriefeuer sei ein Konvoi von Kämpfern am Einrücken in die Region Afrin gehindert worden. Diese wird zum größten Teil von der kurdischen YPG-Miliz kontrolliert. Erdoğan sprach von "Terroristen", die auf eigene Faust handelten. Dagegen sendete das syrische Staatsfernsehen Bilder von bewaffneten Milizionären mit syrischen Fahnen, die einen Kontrollposten mit dem Zeichen der kurdischen Sicherheitskräfte passierten und "Ein Syrien, ein Syrien" skandierten.
...

Die Türkei hat angekündigt, ihre Soldaten auch gegen syrische Regierungstruppen einzusetzen, falls diese der YPG zur Hilfe kommen. Sie bezeichnet die Miliz als verlängerten Arm der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK.
Seit etwa einem Monat gehen türkische Soldaten gegen die YPG in Syrien selbst vor. Die Armee war dabei ohne die Zustimmung der syrischen Regierung im Nachbarland einmarschiert.
Die YPG wandte sich schließlich mit einem Hilfeersuchen an die syrische Regierung, obwohl beide Seiten eigentlich langfristig unterschiedliche Ziele verfolgen.
...

https: //derstandard.at/2000074632341/Erdogan-kuendigt-Belagerung-von-Afrin-an
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Re: USA, Naher Osten und Co

Beitragvon Sarastro » Do 16. Mai 2019, 09:51

Wissenswertes über die Rüstungslobby:
1.) Das 2% Ziel der NATO wurde schon unter Obama und Bush Jr formuliert. Also nicht unter Trump.
2.) Die SPD war sowohl 2002 (Peter Struck als Verteidigungsminister) als auch 2014 (Steinmeier als Bundesaußenminister) mit dabei.
3.) Der politische Druck, mehr für die Rüstung auszugeben, steigt, aber diese Vereinbarungen sind nur Ziele und können auch wieder gekündigt werden.

=== NATO Zwei Prozent Ziel

Aber nicht Trump dachte sich die Zwei-Prozent-Vorgabe aus. Es handelt sich um ein Ziel, das sich die NATO-Staaten gemeinsam setzten - lange vor Trump und in einer Zeit, als der SPD-Politiker Peter Struck Verteidigungsminister war: zum NATO-Gipfel 2002 in Prag.
Damals wurden die baltischen Staaten, Bulgarien, Rumänien und die Slowakei eingeladen, Mitglieder der Allianz zu werden. Eine Bedingung war es, "genügend Ressourcen" in die Verteidigung zu investieren. Der Richtwert für jeden Aspiranten lautete zwei Prozent seines BIP. Der Gerechtigkeit halber sollten aber auch jene Staaten, die der NATO bereits angehörten, dieses Ziel anstreben.
Festgeschrieben wurde das Zwei-Prozent-Ziel noch einmal 2014 beim NATO-Gipfel in Wales. Das war nach der Annexion der Krim und dem Kriegsausbruch in der Ukraine. Als Bundesaußenminister anwesend war auch SPD-Politiker Frank-Walter Steinmeier.
...

Für Deutschland bedeutet dies, bis 2024 die Verteidigungsausgaben von derzeit etwa 1,2 Prozent des BIP fast zu verdoppeln. Dann käme - abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung - ein Betrag von etwa 60 Milliarden Euro zustande.
...
Experten und Politiker verweisen denn auch darauf, dass es sich nur um einen Richtwert handelt und zudem die Vorgabe rechtlich nicht verbindlich sei.

https: //www.tagesschau.de/inland/verteidigungsausgaben-103.html
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Re: USA, Naher Osten und Co

Beitragvon Sarastro » Do 7. Nov 2019, 13:34

Was hat eigentlich der Krieg in Afghanistan seit 2001 gebracht, wenn die Taliban wieder an die Macht kommen ?

=== USA hoffen auf Abkommen mit Taliban noch im Sommer

Die USA wollen bis Ende August ein Friedensabkommen mit den radikalislamischen Taliban erreichen. „Ich hoffe, dass wir vor dem 1. September ein Friedensabkommen haben werden. Das ist auf jeden Fall das Ziel, das wir uns gesetzt haben“, sagte US-Außenminister Mike Pompeo anlässlich eines Besuchs in der afghanischen Hauptstadt Kabul heute.

Ein Entwurf der USA, in dem die Taliban zusichern, Terroristen keinen Rückzugsort in Afghanistan zu bieten, sei nahezu fertiggestellt, sagte Pompeo. Angesichts dieses Fortschritts hätten die USA Gespräche mit den Taliban über den Abzug der ausländischen Truppen begonnen.
...

In der Hauptstadt von Katar führen die Taliban seit vergangenem Sommer direkte Gespräche mit den USA über ein Ende des seit fast 18 Jahren anhaltenden Konflikts in Afghanistan.

Gespräche mit der Regierung in Kabul lehnen die Taliban bisher ab, da sie diese für unrechtmäßig halten. Anfang Juni hatten sie zudem erklärt, sie planten trotz der Friedensgespräche mit den USA keinen Waffenstillstand in naher Zukunft.

https://orf.at/stories/3128069/

=== USA und Taliban setzen Friedensgespräche in Doha fort

Die USA und die radikalislamischen Taliban haben am Wochenende ihre Verhandlungen über eine Friedensvereinbarung für Afghanistan fortgesetzt. Die mittlerweile achte Gesprächsrunde begann am Samstag in der katarischen Hauptstadt Doha, wie Taliban-Sprecher Suhail Shahin der Nachrichtenagentur AFP sagte.
...

Der US-Sondergesandte für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, erklärte erneut ein Friedensabkommen zum Ziel der Verhandlungen. Dieses würde in einem nächsten Schritt auch den Rückzug der in dem Krisenstaat stationierten US-Truppen ermöglichen. Wie die Nachrichtenagentur AFP aus Kreisen der Taliban erfuhr, laufen unter anderem Vorbereitungen für ein Treffen zwischen Khalilzad und dem Taliban-Mitbegründer Mullah Baradar.
...

Washington strebe ein Friedensabkommen bis zum 1. September an. Ende September findet in Afghanistan eine Präsidentschaftswahl statt. Trump hatte im Präsidentschaftswahlkampf 2016 gesagt, in seiner Amtszeit würden die US-Soldaten aus Afghanistan zurückgeholt. Derzeit sind dort rund 14.000 Soldaten der Vereinigten Staaten stationiert. Nach Angaben Pompeos will die US-Regierung noch vor der US-Präsidentschaftswahl im November 2020 ihre Truppen aus Afghanistan abziehen.

https: //orf.at/stories/3132627/
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Re: USA, Naher Osten und Co

Beitragvon Sarastro » Do 7. Nov 2019, 13:36

Saudi-Arabien, Iran und Jemen.

Ein relativ neutraler Artikel, dafür daß er aus der WELT stammt. Die Kurzfassung läuft darauf hinaus, daß es vier Verdächtige gibt:
1.) Huthi Rebellen im Jemen
2.) Milizen im Irak
3.) Rebellen aus Saudi-Arabien selbst
4.) Iran

Mein Kommentar dazu:
Wir werden die Wahrheit wohl kaum erfahren. Seit dem Irakkrieg (2003 mit angeblichen Massenvernichtsungswaffen), Libyen und Syrien ist das Vertrauen in die USA dahin. Sogenannte "Analysen" der US Geheimdienste nichts mehr wert. Und sollten die Drohnen tatsächlich von Saudi-Arabien aus gelenkt worden sein, werden es die Saudis kaum zugeben aus politischen Gründen.
Am meisten "Sinn" macht die Variante mit den schiitischen Huthi Rebellen im Jemen. Zumindest treten die Saudis seit Jahrzehnten als Aggressor auf, es gibt also genug motivierte potenzielle Täter dort. Ob dann zusätzlichen "Drohnen Know How" aus dem Iran geliefert wurde, ist eine andere Geschichte, das gilt auch für die Varianten Irak und Saudi-Arabien.

Wer steckt hinter den Angriffen auf Saudi-Arabien?

Die USA sind sicher: Der Iran ist für den Angriff auf die größte Ölraffinerie der Welt verantwortlich. Dabei bekannten sich die Huthi-Rebellen im Jemen zur Attacke. Wer war es wirklich? WELT erklärt die vier plausibelsten Möglichkeiten.

Am Sonntag klang US-Außenminister Mike Pompeo überzeugt: Der Iran habe „einen beispiellosen Angriff auf die Energieversorgung der ganzen Welt gestartet“, twitterte er. Er bezog sich auf die Attacke auf die größte Ölraffinerie der Welt in Abkaik und das Ölfeld Khurais im Osten Saudi-Arabiens.
Die Implikation ist klar: Wenn Teheran tatsächlich für den Angriff direkt verantwortlich ist, dann müssen Riad und Washington reagieren, was der Beginn einer militärischen Eskalation sein könnte – im Persischen Golf, dessen Anrainer ein Drittel der globalen Erdöllieferungen fördern.
US-Präsident Donald Trump indes klang kurz darauf ungewohnt zurückhaltend. Zwar verkündete er, die US-Streitkräfte seien zu einem sofortigen Einsatz bereit. Doch bei der Schuldzuweisung war er vorsichtiger: Man solle abwarten, was man von den Saudis als Ursache für diesen Angriff erfahre.

Seine Zurückhaltung könnte zwei Gründe haben: Entweder fürchtet selbst Trump die verheerenden Folgen einer direkten militärischen Konfrontation mit dem Iran. Oder die USA sind nicht sicher, wer Abkaik angriff. Die bislang bekannten Indizien weisen in mehrere Richtungen.
...

https: //www.welt.de/politik/ausland/article200406526/Iran-Irak-Huthis-Wer-steckt-hinter-den-Angriffen-auf-Saudi-Arabien.html


Ein Blick auf die Börse: 2 Bio Dollar eingeplant, davon 500 Mrd weg. Diese Rechnung stellt der folgende Artikel auf.

Der bombardierte Börsengang

Amin Nasser ist der Vorstandsvorsitzende von Saudi Aramco. Der 61-jährige Ingenieur, ein leiser Mann mit rahmenloser Brille, führt den weltgrößten Ölkonzern mit 76.000 Mitarbeitern. In wenigen Wochen will er ihn an die Börse bringen. Die internationalen Finanzmärkte warten schon voller Spannung darauf. Denn Aramco soll der größte Börsengang der Menschheitsgeschichte werden. In Riad erhofft man sich eine gigantische Marktbewertung von mehr als zwei Billionen Dollar. Zum Vergleich: Die Lufthansa ist sieben Milliarden wert. Aramco soll also so teuer werden wie 300 Lufthansa-Konzerne zusammen.

Nun haben die Drohnenangriffe – ob sie nun von jemenitischen Huthi-Rebellen oder von anderen iranischen Hilfstruppen gekommen sind – Saudi-Arabien nicht bloß militärisch und politisch empfindlich getroffen. Vor allem der wirtschaftliche Schaden ist enorm. Denn schlagartig ist die Bewertung von Aramco dramatisch abgesackt. “Globale Investoren sehen ab sofort die Sonderrisiken bei Aramco viel größer als bislang. Die Assets werden daher massiv heruntergestuft”, heißt es bei Petro-Analysten aus London. Selbst wenn die Ölproduktion sich rasch wieder normalisieren sollte, werde der langfristige Wert des Unternehmens völlig neu eingeschätzt: “Man erkennt die Verletzlichkeit von Aramco. Niemand sieht den Konzern jetzt langfristig mehr wert als 1,5 Billionen Dollar.” Damit hat der Raketenangriff Saudi-Arabien mindestens 500 Milliarden Dollar in einer einzigen Nacht gekostet.
...
Man wollte die ersten Aktien – es sollte mit einem Prozent gestartet werden – zunächst an die heimische Börse bringen und im Jahr 2020 dann an einen internationalen Handelsplatz, wahrscheinlich London. Nun gerät dieser Zeitplan ins Wanken.
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Der Verkauf von Aramco-Anteilen ist das Prestigeprojekt von Kronprinz Mohammed bin Salman. Er wollte die Verkaufserlöse in neue Industrien investieren, um die saudische Wirtschaft jenseits von Öleinnahmen zu diversifizieren. Sein Plan sah vor, erst einmal fünf Prozent der Aramco-Anteile zu platzieren und damit 100 Milliarden Dollar zu erlösen. Daraus wird nun nichts.
...

Die saudischen Agenten verbreiten das Argument, der profitabelste Konzern der Welt erleide in Wahrheit keinen nennenswerten Schaden und strotze vor Ertragskraft. Tatsächlich zeigt ein Blick in die Halbjahreszahlen (der bislang so streng verschwiegene Konzern macht für den Börsengang seine Bilanzzahlen neuerdings öffentlich), dass Aramco im ersten Halbjahr 2019 einen unglaublichen Vorsteuergewinn von 92,5 Milliarden Dollar und einen Umsatz von 163,9 Milliarden Dollar erwirtschaftet hat. Das heißt:
Aramco macht jeden Tag 500 Millionen Dollar Gewinn. Täglich fördert das Unternehmen zehn Millionen Barrel, dreimal so viel wie der Ölkonzern ExxonMobil. Alleine an Dividenden hat Aramco im ersten Halbjahr 46,6 Milliarden Dollar ausgezahlt. Bislang gilt Apple als das profitabelste Unternehmen der Welt – doch Aramco verdient schlichtweg dreimal so viel wie der amerikanische Computerkonzern.
...
Zum Vergleich: Die bekanntesten Ölkonzerne der Welt – Chevron und Exxon Mobil aus den USA, BP aus Großbritannien, das britisch-niederländische Unternehmen Royal Dutch Shell und Total aus Frankreich – erzielten 2018 knapp 80 Milliarden Dollar Gewinn, allerdings zusammengerechnet. Betrachtet man also die gewaltige Ertragskraft von Aramco und die enormen Rohöl-Reserven, dann wäre eine Börsenbewertung von deutlich mehr als 1,5 Billionen immer noch gerechtfertigt.
...

Amin Nasser erinnert Investoren daran, dass man alsbald kein reiner Ölkonzern mehr sei. Man habe vor kurzem für gut 69 Milliarden US-Dollar (61,1 Milliarden Euro) die Mehrheit am saudi-arabischen Chemiekonzern Sabic erworben. Sabic stellt Kunststoffe, Metalle und Düngemittel her und ist mit einem Anteil von 25 Prozent auch Großaktionär beim Schweizer Spezialchemiekonzern Clariant.

https: //www.achgut.com/artikel/saudi_oelkonzern_der_bombardierte_boesengang
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Re: USA, Naher Osten und Co

Beitragvon Sarastro » Do 7. Nov 2019, 13:38

USA, Syrien, Türkei.

Es darf gerechnet werden. Afghanistan, Irak, Syrien plus die "Peanuts" in Libyen verteilt auf ca 15 Jahre. 3 Bio Dollar dürften hinkommen, das wären ungefähr 200 Mrd Dollar pro Jahr. Der Rest geht für "sonstige" Rüstungsausgaben drauf. Das ist meine Rechnung, Trump haut noch ein paar Billionen drauf.

Trump hatte sein Vorgehen bereits am 9. Oktober in einem Doppeltweet begründet (hier im Original wiedergegeben):

„The United States has spent EIGHT TRILLION DOLLARS fighting and policing in the Middle East. Thousands of our Great Soldiers have died or been badly wounded. Millions of people have died on the other side. GOING INTO THE MIDDLE EAST IS THE WORST DECISION EVER MADE….. ….IN THE HISTORY OF OUR COUNTRY!

We went to war under a false & now disproven premise, WEAPONS OF MASS DESTRUCTION. There were NONE!

Now we are slowly & carefully bringing our great soldiers & military home. Our focus is on the BIG PICTURE! THE USA IS GREATER THAN EVER BEFORE!“

Zutreffend ist, dass die Interventionen seiner Vorgänger unter falschen Prämissen geschahen. Ob die USA tatsächlich 8.000.000.000.000 Dollar für ihr Nahost-Engagement ausgegeben haben, mag der Prüfung durch den Congress vorbehalten bleiben.

https: //www.tichyseinblick.de/kolumnen/spahns-spitzwege/tuerkei-der-euroamerikanische-abschied-aus-der-weltpolitik/
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